Kunst zu machen, so wie ich es verstehe, bedarf nicht der Anlehnung an ein Motiv. Ein wenig Material, nicht ganz zu üppig und zu prachtvoll. Eher der Drang von innen als Anregung von außen. Vor allem nichts wollen.

Der Anfang ein Spiel, eine Linie vielleicht, zögernd sich selbst findend, ein Farbfleck, ein Ton, ein Hauch und schon auf
Unerwartetes hinweisend.

Eine zweite Linie, verwischend ins Nichts. Eine Spur jetzt, von hier aus einen Rhythmus findend. Nicht nach Ergebnissen, nach schnellen Antworten suchen, ganz offen bleiben für den Dialog mit den Mitteln.

Mit Farbe, Raum, Ausdehnung und Begrenzung.
Das Material lebendig halten.

Da ist Widerspruch oder Anpassung, Härte, Weichheit, Zärtlichkeit.
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In Bewegung bleiben oder auch einfach aufhören, um irgendwann weiterzumachen, wenn die Sterne günstig stehen.

Arbeiten, mit dem Risiko zu scheitern. Den größten Teil resignierend vernichten, oder besser: zerteilen, zerstören fast, damit, wenn man Glück hat, neues entstehen kann.

Die Arbeit laufen lassen, den Ausschnitt akzeptieren, das Ganze verwerfen.

Jeder Regel mißtrauen, an nichts festhalten. Begreifen, daß man sucht, was nicht zu finden ist.

Es gibt so viele Wahrheiten.

Lernen aufzuhören, bevor das Letzte gesagt ist. Vom Ergebnis zurück zum Anfang, darin sich selbst findend und zugleich verloren gehen.

Ein zweiter Blick, doch noch einmal eingreifen. So sein lassen, ein Gleichnis, ein Rätsel.